Camping in Urk, Flevoland

Man hat immer mindestens zwei gute Gründe nach Holland zu fahren: 1- leckerer Backfisch und 2- das Meer (auch im Winter). Und wenn man das ganze Wochenende nicht arbeiten muss und das Wetter einfach schön bleibt, keine Chance, man muss einfach hin!

Wir waren schon mal im April in Urk und hatte uns dieser Ort so gut gefallen, dass wir nochmal hierhin fahren wollten. Dieses Mal habe ich für uns etwas mehr recherchiert 🙂 und einen kleinen Campingplatz im Grünen gefunden. Dort wollten wir übernachten.

Die Reservierung erfolgte online, freundlich und unkompliziert, wie es immer in Holland so ist! Die eine Nacht in einer einfachen Holzhütte kostete uns insgesamt 54€. Der Weg führte uns aber erstmal zum Strand. Davor wollten wir noch Backfisch essen, schnell mal die Orte gegooglet, wo es Wochenmärkte gibt und die erste Adresse  in die Navi eingegeben. Es war 12:55 als wir angekommen sind, 13h war schon der Schluss und viele Verkäufer hatten schon aufgeräumt außer dem einen Fischstand. Dort konnte man frische Heringe, Backfisch und kiloweise Kibbelings kaufen. Ich habe schnell ein Pfund Kibbeling (8,50€) bestellt. Direkt auf dem Marktplatz haben wir gepicknickt! Einfach lecker!

Satt und glüklich fuhren wir zum Strand. Einen kostenlosen und strandnahen Parkplatz haben wir am Hafen gefunden. Es dauerte zu Fuß zwar ein wenig länger bis zum Strand, aber dafür durften wir den ganzen Tag für 0 cent dort parken. Am Strand Staversekade war es wie immer sehr schön. Kinder haben so lange gespielt und geschwommen, bis sie nicht mehr konnten. So gegen 18h haben wir uns auf den Weg zu unserem Nachtquartier gemacht. Nach ca. 5 Minuten Fahrt (2,2 km von unserem Parkplatz am Hafen entfernt)  sind wir im Campingplatz Urkerbos angekommen. Der Empfang war sehr feundlich. Wir wurden über das Wichtigste im Park informiert.  Weil unsere kleine Holzhütte kein eigenes Badezimmer hatte, haben wir zwei Duschkarten bekommen (man muss ein Pfand in Höhe von 5 € pro Karte hinterlegen, das man bei der Abreise wieder bekommt). Die Holzhütte war sehr schön platziert; unter hohen Tannenbäumen und nah an Sanitäranlagen. In der Hütte hatten wir eigentlich alles; draußen einen Campingtisch, drinnen 4 Betten mit Decken und Kissen (man muss eigene Bettlaken und -bezüge mitbringen oder kann vor Ort welche mieten-6,50€/Person), Esstisch, 4 Hocker, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Spülmittel, Eimer, Wasserkanister, Tassen, Besteck, Kaffee, Milch, Zucker und Tee, etc. mehr als das, was man eigentlich braucht – also top ausgestattet! Man hat Strom in den Hütten und die Umgebung ist schön ruhig. Man kann sein Auto direkt an der Hütte parken. Falls man abends mit dem Auto unterwegs ist und über Nacht  wieder an der Hütte parken möchte, sollte bis 21h wieder da sein, da das Tor nach 21h geschlossen bleibt und man auf dem Parkplatz draußen vor dem Eingang parken muss.

Nach dem wir unsere Sachen ausgepackt haben, sind wir zum Freibad gegangen. Es gibt in der Anlage alles, was Kinder toll finden und woran sie Spaß haben werden. Um die zwei Schwimmbecken herum gibt es einen Spielplatz mit Air Trampolin, einen Streichelzoo mit Ponys, einen Pferdestall, einen kleinen Fußballspielplatz und viele Spielgeräte. An beiden Seiten befinden sich die Sanitäranlagen und einen kleinen Imbiss. Ein Softeis kostet schon 1€ und Pommes + Frikadelle 1,70€. Man kann hier alle klassischen Imbissgerichte kaufen. Draußen gibt es genug Sitzgelegenheiten. Das 30 cm tiefe Kinderschwimmbecken fanden unsere Söhne so toll, dass wir erst gegen 20h es verlassen konnten. Die Sanitäranlagen  sind sehr sauber und gepflegt. Das einzige Manko ist, dass die Sanitäranlage neben unserer Hütte zwischen 22:30 und 23:30 wegen Reinigungsarbeiten komplett schließt, so dass man zu der Hauptanlage gehen muss. Man überlebt es aber.

Am nächsten Morgen haben wir draußen unter den Tannenbäumen gefrühstückt, alles hat so lecker geschmeckt, obwohl wir unseren gesamten Proviant seit 2 Tagen in der Kühlbox trugen. Dieses Gefühl war mir so bekannt. Ich erinnerte mich an die Zeiten in meiner Kindheit, in denen ich mit meiner Familie immer so gerne gezeltet habe. Wir hatten unser kleines Vier-Man-Zelt immer nah am Strand aufgestellt und das Essen schmeckte jeden Tag so lecker und ich hatte immer Appetit, egal was Mama so zubereitet hatte. An die Momente wie diese habe ich immer gern gedacht. Diesen salzigen Geschmack an den Lippen habe ich nie wirklich vergessen und heute Morgen kam er mir wieder zurück in den Sinn…

Das Frühstück war lecker und es uns gemütlich unter den Bäumen,  man musste aber leider bis 11h die Hütte verlassen und den Schlüssel abgeben. Beim Frühstücken stellten wir alle fest, dass wir den restlichen Tag lieber hier verbringen würden. So bin ich mit dem Schlüssel zur Rezeption gegangen und einfach gefragt, ob wir länger bleiben dürfen und was das so kostet. Sie sagte, dass wir natürlich bis 21h bleiben dürfen, wenn wir wollen und das Beste: es kostet uns nichts! Einfach auf holländische Art: unkompliziert und freundlich! Über die frohe Botschaft haben sich besonders die Jungs sehr gefreut und sprangen nach ein paar Minuten schon ins kühle Wasser, denn das Umziehen geht manchmal richtig flott, wenn der Spaß vor der Tür wartet 😉

So blieben wir noch bis 17h hier. Bevor wir den Park verlassen haben, habe ich mich über die Preise und Freizeitangebote in der Anlage, für einen längeren Aufenthalt informiert, weil ich mit meinen beiden Söhnen hier gerne mal zelten würde. Also die Anlage ist bis zum Ende der Schulferien (Sommerferien in Flevoland Nord vom 21. Juli bis 2. September) voll in Takt. Danach schließen sie das Freibad, der Imbiss bedient nur in unregelmäßigen Zeiten. Sie haben sich so entschieden, weil es sich finanziell nicht mehr lohnt, was ich auch nachvollziehen kann.

Falls aber jemand bis zu den ruhigeren Zeiten noch schafft hinzufahren, habe ich hier ein paar Informationen für euch zusammengefasst:

Eine Blockhütte ist für längere Aufenthalte etwas komfortabler (mit einer kleinen Küche, 2 getrennten Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und einer schönen Veranda). Diese Hütten liegen etwas hinten aber dafür schön ruhig. Vom 20. Juli bis zum 3. September kostet die Nacht 80€ (holländisches Wochenende-Fr. + Sa. + So. sogar 200€). Das Freibad hat bis zum 2.9. geöffnet. Der Imbiss hat dann vom Montag bis Freitag geschlossen und öffnet nur am Wochenende. Die Preise sind dann aber nach dem Schulbeginn deutlich günstiger, nämlich 50€/Nacht bzw. 125€/Wochenende. Da muss man aber damit rechnen, dass die Anlage ziemlich leer sein wird und die Angebote wie Freibad, Imbiss etc. auch entsprechend abnehmen.

Wir empfehlen diesen Ferienpark gerne an die Familien mit auch kleinen Kindern. Er ist groß, sauber und das Personal freundlich. Das Stadtzentrum ist lediglich 2 km entfernt. Man kann im Park Fahrräder (7-Gang-Shalter Hollandrad für 12,50€/Tag oder 20€/2 Tage usw.), Kettcars (2€ bis 2,50€ /Stunde) ausleihen und kleine Ausflüge in die sehr schöne Umgebung unternehmen. Diesen Tipp wollen wir euch nicht vorenthalten und teilen ihn gerne mit!

Wie ich so immer sage; „Holland geht immer!“  🙂

In diesem Sinne:

veel plezier!

Am Strand Staversekade
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